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 Die Rolle des (Bar-) Geldes 
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Registriert: So 4. Jul 2010, 12:30
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Beitrag Die Rolle des (Bar-) Geldes
Entscheidend über Wohl und Wehe einer Volkswirtschaft ist die Gestaltung seines Tauschmittels, bei uns "Geld" genannt.

Unter Tauschmitelgesichtspunkten ist jedoch nur die Form des Geldes relevant, über die heute und jetzt Kaufkraft augeübt werden kann, also Bargeld in jeder Form (auch auf Girokonten). Sparguthaben oder Wertpapiere spielen keine Rolle, solange Sie nicht in Bargeld umgetauscht werden.

Die Aufgabe einer Zentralbank liegt darin, die verfügbare Bargeldmenge so einzustellen, das sie mit den auf dem Märkten verfügbaren bzw. nachgefragten realen Gütern und Dienstleistungen im Gleichgewicht steht. Eine einseitige Erhöhung dieses Umlaufgeldes dem kein proportionaler Güterzuwachs entgegensteht, führt zwangsläufig zu Inflation. Fehlt dagegen Bargeld, um die Märkte leerzukaufen, führt dies zu deflationären Zuständen.

Daraus wird ersichtlich, wie schwer es ist dieses Gleichgewicht zu erhalten und wie systemschädlich es ist, wenn Barmittel von Marktteilnehmern zurückgehalten werden. Gleichzeitig lehrt uns die Natur, das jede Fließbewegung (auch der Bargeldstrom) einen Gradienten benötigt. Kein Wasserstrom fließt ohne Gefällgradienten (-unterschiede), kein Luftstrom regt sich, ohne Druckgradient, kein elektrischer Strom fließt ohne Spannungsgradient.

In unserem Geldsystem wird dieser Gradient mittels des Zinssystems realisiert. Damit ist allerdings nicht der Anteil des (gerechten) Zinses verantwortlich, der die Dienstleistung des Finanzhandels bezahlt oder der Teil, der dem Finanzinstitut als Rücklage zur Risikoabsicherung dient, sondern einzig der Anteil, den ein Investor als Kaufkraftzuwachs wahrnimmt, d.h. der Teil seines Vermögenszuwachses, der über dem allgemeinen Inflationsausgleich liegt. Es ist allein dieser Teil, der einem Krebsgeschür entspricht und uns so viele Probleme bereitet und deren Symptome wir überall wahrnehmen.

Nachhaltige Tauschmittelsysteme zeichnen sich dadurch aus, daß an keiner stelle im Geldkreislauf exponentielles Wachstum auftritt. Nicht das Vermögen muß daher besteuert werden, sondern alein das Bargeld. Im Gegenteil ist es die Aufgabe von Sach- und Vermögenswerten einen steuerfreien Freihafen zu bilden und dieses Guthaben zu konservieren - mit einer Ausnahme: der nicht reproduzierbare und dadurch "endliche" Produktionsfaktor "Boden" darf an keiner Stelle zur Spekulation freigegeben werden. Entsprechende Realvermögenszuwächse wären mit 100% zu besteueren, damit kein gesellschaftlicher Rückfall in die Feudalzeit erfolgt.


Do 22. Jul 2010, 13:46
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Registriert: Mo 26. Jan 2009, 22:50
Beiträge: 26
Beitrag Re: Die Rolle des (Bar-) Geldes
Hier ist das Problem sehr gerafft dargestellt, daher natürlich nicht ganz leicht nachzuvollziehen, aber im Kern korrekt



Ich möchte hier nur gerne etwas konkretisieren, weil ein bisschen Unschärfe drin ist:

Die Zahlen auf dem Girokonten und auf allen anderen Konten ebenso, sind kein Bargeld. Sie sind quasi nur ein Vermerk der Bank, wie viel dem Kontoinhaber die Bank an Bargeld schuldig ist. Die Zahlen auf dem Girokonto sind also nichts anderes, als der Ausdruck auf wie viel Bargeld man Anspruch hat. Aber Anspruch auf Bargeld ist nicht das Bargeld selbst. Somit ist das Girokonto keine Form des Bargeldes, sondern nichts weiter, als ein Anspruchsvermerk. Dass man seinen Anspruch durch Überweisung auf jemand anderen übertragen kann, macht den Anspruch auch nicht zu eigenständigem Geld und daher auch nicht zu Bargeld.

Richtiges eigenständiges Geld ist nur Bargeld, alles andere sind nur Ansprüche auf Bargeld. Und Bargeld ist physisch als Schein existent, nicht nur in Computern als Zahlenvermerk. Daher kann auch nur Bargeld dem Kreislauf entzogen werden. Zahlen, die bei den banken im Computer vermerkt sind, können dem Kreislauf nicht entzogen werden, weil wenn man sein "Geld", das auf dem Girokonto liegt, nicht ausgibt, werden diese Ansprüche in der zwischenzeit von der Bank als kurzfristige Kredite (für Dispos und so) an andere verliehen.

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Was die Bodenfrage angeht, so ist es auch korrekt, dass, wenn man dem Geld seine Erpressungsmöglichkeit nimmt, indem man dafür sorgt, dass sich Bargeld nicht mehr lukrativ dem Geldkreislauf entziehen lässt, die Spekulation in den Boden fließen wird, da dieser nicht beliebig vermehrbar ist.

Die Folge wäre, dass die Erzeugnisse, für die Boden gebraucht wird, (Häuser, Lebensmittel, Wasser) extrem teuer werden, vor allem, je mehr Menschen es auf der Erde gibt.

Daher geht eine Geldsystemreform nur zusammen mit einer Reform des Bodenrechts in der Hinsicht, dass nicht mehr Teile der Erde, also Boden, bestimmtne Personen gehören dürfen, und der Rest der Menschheit hat keinen rechtlichen Anspruch an unserem Planeten, sondern dass die Erde keinem und gleichzeitig allen gehört. Privateigentum an Boden ist immer die Ursache von Zerwürfnissen und Krieg. Boden darf nur der Allgemeinheit gehören und wird zur Nutzung verpachtet. Die Pacht fließt an die Allgemeinheit, die Nutzung des Bodens ist von der allgemeinheit an bestimmte Bedingungen geknüpft. Z.B. wenn Acker verpachtet wird, dann steht dahinter die Bedingung, dass die Allgemeinheit möchte, dass mit diesem Boden Nahrungsmittel erzeugt werden. Der Pächter bestellt den Boden und macht sein Geschäft. Würde er versuchen, den Boden allgemein zum Schadne der Allgmeeinheit ausnutzen zu wollen, kann die Allgmeeinheit den Pachtvertrag kündigen und den Boden an jemand anderen vergeben.


Der Pächter, der in diesem Beispiel das Land bestellt, soll natürlich für seine Arbeit auch entlohnt werden.


Die Bemerkung meines Vorredners, dass aller Wertzuwachs aus Boden zu 100% besteuert werden müsse, während er nicht sagt, ob weiterhin Prtivateigentum am Boden bestehen bleiben soll, ist etwas verwirrend und ich denke, die Methode, dass die Erde, also der Boden, allen gehört, und die Allgemeinheit den Boden nur verpachtet, die beste Möglichkeit ist, um sicherzustellen, dass nicht das Privateigentum an der Erde dazu führt, dass diejenigen, die kein Privateigentum an der Erde haben von den Besitzenden über Hunger, Durst und Obdachlosigkeit zu Zahlungen hoher Tribute gezwungen werden können. Wenn die Erde allen gleichermaßen gehört, kann es keine Erpressung aus Bodenbesitz geben und dann braucht man auch nicht mit 100%-Steuermodellen zu versuchen, die schädlichen Auswirkungen des Privateigentums an Boden "abzuschöpfen".


So 25. Jul 2010, 11:29
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